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International Bun</p>
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Depictions
Depicted are two visualizations and the publication 'Not Here Not Now' in which the concept was published in 2019.

Project description English
What do deep fried Snickers have in common with Tempura?

International Bun is a concept for an artistic catering service and fast food restaurant that teaches through the offered food creations colonial, trade and world history.
For instance, the curry dish has been popularized in Japan by japanese cooks who prepared the Indian curry dish on English trade ships for the English crew. The colonisation of India by Great Britain was seen through by the use of trade, oppression and racism. The impact affect people in the region and worldwide still to this day. Another example: in the Netherlands exists a very well known, indonesian influenced dish, that can be found on every menu of indonesian restaurants in the country, but in Indonesia it is unknown - or if it is, then as a Dutch import. Such examples exist manifold.

International Bun mixes recipes with each other that are not related to each other at first glance, because they originate from different world regions. But on closer inspection of the surrounding history one is able to see the intersections.

One aim of the project is to participate in art exhibitions as an artistic catering service. The catering booth is thematically fitted for each exhibition. Infographical artistic illustrations will provide detailed explanations of the origins of each ingredient and its preparation and the historic connections between them will be shown.

The name 'International Bun' derives from the stuffed baked goods made from different types of flour and dough that are known around the world. Often, an outer influence, a supposed 'other' can be detected in their distinct stuffings. One good example of an existing bun is the kerrie pan, a japanese bun stuffed with an Indian/English curry dish and then deep fried.
The newly created buns uncover histories of war, trade, murder, slavery but also positive developments in science, art and politics. This work is not about levelling or glorifying history but rather wants to transport, address and disseminate knowledge about our worldwide mutual cultural history, in an enjoyable way.

The exact dish offerings depends on what the foci are of the surrounding exhibition and the political implications I want to uncover. Resarch of the location the exhibition is set in is the first step before creating a new bun.

Project description German
Warum Warung? Was haben deep fried Snickers mit Tempura zu tun?

International Bun ist ein Konzept fuer ein Schnellrestaurant, in dem durch die angebotenen Essenskreationen Kolonial- und Weltgeschichte gelehrt wird. Beispielsweise ist das Currygericht von japanischstaemmigen Koechen in Japan populaer gemacht worden, die auf englischen Handelsschiffen indisches Curry fuer die englische Besatzung gekocht haben. Indien wurde von Grossbritannien kolonisiert, was mit Handel, Unterdrueckung, und Rassismus durchgesetzt wurde. Auswirkungen betreffen Menschen in der Region und weltweit noch heute. Ein anderes Beispiel: in den Niederlanden gibt es ein aeusserst bekanntes indonesisch gepraegtes Gericht, welches auf jedem Menue der indonesischen Restaurants im Land angeboten wird, aber in Indonesien selbst unbekannt ist - oder eben nur als niederlaendischer Import. Beispiele wie diese gibt es viele.

Bei International Bun werden Rezepte miteinander vermischt, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, weil sie aus unterschiedlichen Regionen der Welt stammen. Erst bei genauerem Betrachten der Historie lassen sich die Schnittstellen erkennen.

Der Name 'International Bun' leitet sich von gefuellten Backwaren aus unterschiedlichen Mehl- und Teigsorten ab, die auf der ganzen Welt verbreitet sind. In ihren unterschiedlichsten Fuellungen laesst sich oft ein Einfluss vom sogenannten Aussen, dem vermeintlichen 'Anderen', zeigen. In neu kreierten Buns finden sich Geschichten von Krieg, Handel, Mord, Sklaverei, aber auch von positiven Entwicklungen in Wissenschaft, Kunst und Politik. Es geht in dieser Arbeit nicht darum, etwas zu nivellieren oder zu verherrlichen, sondern Wissen ueber die weltweite gemeinsame Kulturgeschichte auf eine sinnlich angenehme Art und Weise zu zeigen, zu thematisieren und zu verbreiten.

Ein Ziel des Projektes ist, als kuenstlerisches Catering an Kunst-Ausstellungen beteiligt zu werden. Der Cateringstand wird dabei für jede Ausstellung anders und thematisch passend gestaltet. Infografische künstlerische Illustrationen liefern detaillierte Erklärungen der Hintergründe jeder Zutat und ihrer Zubereitung und die historischen Verbindungen werden aufgezeigt.

Die exakten Speisenangebote und der Look eines jeden Cateringstandes hängen von den Foki der umgebenden Ausstellung und den politischen Implikationen ab, die ich aufdecken will. Recherchen am Ort, an dem die Ausstellung stattfindet, sind der erste Schritt, bevor ich einen neuen Bun kreiire.

Ultimativ sollte das Projekt in einem Projektrestaurant aufgehen.
Die Innenarchitektur der Restaurants, das Marketing und Design wuerden dabei ein weiteres wichtiges Ausdrucksmittel neben dem Speisenangebot darstellen. Zweimonatlich wuerde ein eigenes Magazin herausgegeben, das man lesen kann, waehrend man auf sein Essen wartet und in dem die Themen, die mit den Buns aufgegriffen werden, in Artikeln und Interviews aufgearbeitet werden. Das Speisenangebot ändert sich abhängig von aktuellen politischen Entwicklungen. Auf diese reaktive Art und Weise werden neue Verknüpfungen erstellt und mit der Zeit wird die ganze Welt miteinander vernetzt und viele Knotenpunkte der Geschichte ablesbar sein. Wenn irgendwo auf der Welt eine politische Wahl ansteht, werden Buns kreiert, die über ihre Zutaten die Hintergründe der politischen Lage, die Vernetzungen und Einflüsse aufzeigen, zum Beispiel, wer wen in der Vergangenheit unterdrückt hat und wie sich das noch heute auf das aktuelle Wahlgeschehen auswirkt.

Publications
Concept printed in the publication: Not Here, Not Now - Infected Memories. Academy of Fine Arts Leipzig, 2019